1865 - 1965 - Seit einem Jahrhundert Chorgesang in Gilzem

Das Eifeldorf feierte das Jubiläum seines Männergesangvereins / Gastvereine überbrachten Glückwünsche

GILZEM. Das rund 400 Einwohner zählende Eifeldörfchen stand an diesem Wochenende ganz im Zeichen des Chorgesangs und des deutschen Volksliedes.
Der MGV "Eintracht" 1865 feierte sein 100jähriges Bestehen. Es war dies das erste 100jährige Jubiläum innerhalb des Sängerkreises. Und diese Tatsache war ohne Zweifel eine große Auszeichnung für die hiesigen Sänger.

100 Jahre Chorgesang in Gilzem - Festveranstaltung 1975Nun, 100 Jahre bedeuten auch für einen Verein eine lange Zeit, eine Zeitspanne, in der seine Mitglieder sicherlich neben vielen frohen Stunden auch schwere Zeiten durchmachen mußten. Die Gilzemer Sänger und mit ihnen alle Dorfbewohner hatten also berechtigten Grund, dieses Jubiläum als einen Festtag der ganzen Gemeinde anzusehen und zu feiern. Der samstägliche Festabend vereinte neben den Dorfbewohnern viele Sanges-und Vereinsfreunde aus den Nachbarorten. Hinzu gesellten sich noch die an der Programmgestaltung mitwirkenden Brudervereine und zwar die Männergesangvereine aus Irsch (Kreis Trier), Waldrach und Pluwig, der Kirchenchor Eisenach, der MGV Kenn 1913, die Sängergemeinschaft Kenn, der Musikverein Welschbillig, der MV Godendorf und der Jubelverein selbst.

Die musikalische Eröffnung nahmen die Welschbilliger Musikanten unter der Leitung ihres Dirigenten M. Lieser vor. Vereinsvorsitzender Karl Dichter begrüßte nachfolgend alle Anwesenden.

Besondere Willkommensgrüße richtete er an die Ehrengäste, unter anderem an den Schirmherrn, Amtsbürgermeister Müller, Sängerkrei- und Bezirksvorsitzender Grünhäuser mit den Herren des Kreisvorstandes Jakobs (Pluwig), Schneiders (Ehrang) Obser und·Thelen, Ortsbürgermeister Harz und das Lehrpersonal.

Dichter gab einen Überblick über das vergangene erste Jahrhundert des Vereins. Sein Dank galt all jenen· Männern, die sich vor hundert Jahren zusammengefunden haben, um das deutsche Lied zu pflegen. Anerkennende Dankesworte zollte er aber auch allen heutigen Sängern des Vereins. In diesem Zusammenhang wies der Vorsitzende darauf hin, daß es mit Hilfe einiger Senioren des Vereins gelungen

Sei Schriftstucke, und Urkunden zu finden, die den Nachweis erbringen daß schon im Jahre 1866 eine organisierte Chorvereinigung bestanden habe.

Amtsbürgermeister Müller dankte dem Jubelverein für die ihm übertragene Schirmherrschaft, die er gerne ubernommen habe. Er wünschte dem Verein weiterhin Blühen und Gedeihen zum Wohle des deutschen Liedes.

100 Jahre Chorgesang in Gilzem - Festveranstaltung 1975Kreis- und Bezirksvorsitzender Philipp Grünhäuser überbrachte die Glückwünsche des deutschen Sängerbundes. Er wies in seiner kurzen Ansprache darauf hin, daß es bisher wenigen Vereinen möglich gewesen sei, ein solches Jubiläum zu feiern. Die Leistung des Jubelvereins sei daher umso höher zu bewerten. Anschließend überreichte er dem Vereinsvorsitzenden einen Ehrenbrief des Sängerbundes; der folgenden Inhalt hat: "Deutscher Sängerbund – Anläßlich des 100järigen Bestehens verleihen, wir unserem Bundesverein, dem Gesangverein "Eintracht“·1865 Gilzem, diese Ehrenurkunde. Dem Jubelverein sprechen wir unsere herzlichsten Glückwünsche aus und danken ihm für seine treue Arbeit an der Pflege des deutschen Chorgesangs. Möge auch seine künftige Kulturarbeit stets von Erfolg begleitet sen.“

Durch das Programm führte der als Ansager fungierende Zweite Vereinsvorsitzende Peter Grüber. Im Einzelnen wurden noch vorgetragen: MGV Gilzem (Leitung: Lehrer Morbach): "Eifellied" v. Wildt; Kirchenchor Eisenach (Dionysius Trierweiler): "Die Himmel rühmen" v. Beethoven und "Das Gebet" v. C.M. v. Weber; MGV Irsch (bei Trier) (Helmut Birkenbeil): "Herr Deine Güte" v. A. Grell und "Abendfrieden" v. F. Schubert; Gemischter Chor Irrel (Edmund Lichter):"Füllt mit Schalle" und "Ave Maria v. Engelhard; MGV 1872 Waldrach (Alois Boesen): "Im Gewitter" v. Fr. Rudolf und "So sei: dein: Tag" v. W. Steffen; MGV Kenn 1913 (Alovs Meyer):"Zu freien Höhen" v. A. Fleischer und "Tönet ihr Lieder v. R. Edler; MGV Pluwig (Joh. Steffes): “Morgenrot" v. Pracht und “Kling auf mein Lied"; die Sängergemeisbcahft Kenn (M. Lehnerts): “Aus grünen Wanderpfaden" dazu das heitere Liedchen “Wo mag denn nur mein Christian sein?"
Den Kehraus des ersten und zweiten Teiles bildeten Musikvorträge des MV Godendorf unter der Leitung seines Dirigenten Trierweiler-Emden.

Zwischen den einzelnen Darbietungen überbrachten die Vereinsvorsitzenden die Gluckwünsche ihrer Mitglieder und überreichten, dem Jubelverein jeweils ein, kleines Erinnerungsgeschenk in Form einer Plakette, einer Geldspende oder eines gestifteten Chores. Die Nachbargemeinde Eisennach ließ durch ihren Bürgermeister eine Plakette mit besonderer Widmung überreichen.

Am Sonntag fand um 9 Uhr ein Festgottesdienst mit anschließendem Totengedenken und, Kranzniederlegung am Kriegerehrenmal unter Mitwirkung des MV Eisennach statt.
Der Nachmittag sah wiederum mehrere hundert Sanger und Sängerinnen von nah und fern in dem schmucken DörfIein.
Ab14 Uhr fand vor vollbesetztem Festzelt das Ehrensingen der einzelnen Chöre statt.

(Abschrift/Fotos aus einem Artikel der Trierischen Landeszeitung, Ausgabe unbekannt) Zugriffe: 4874